Liebe Natalie Rickli
Schade, dass Sie erst 35 Jahre alt sind. Mit ein paar Jährchen mehr auf dem schönen Buckel hätten Sie der SVP glatt aus der grossen Bundesratskandidaten-Patsche helfen können. Als Nationalrätin mit den meisten Stimmen schweizweit wäre die Eis(erne)- Prinzessin aus Winterthur die ideale Kandidatin.
Und eine Sensation, wenn ausgerechnet die Alt-männerpartei SVP mit einer attraktiven Blondine den Bundesrat verschönert hätte. Aber warten wir es ab, Sie haben ja noch Zeit für grosse Sprünge.
Vorläufig ergötzt sich das Publikum lieber am relativen Misserfolg Ihres Mentors Blocher, viele hoffen, dass seine Ära zu Ende geht. Dabei übersehen Medienleute, dass der alte Löwe aus Herrliberg wieder einen Spielzug voraus ist und es bei Nachfolgeregelungen eher mit Frauen hat: Nicht Mörgeli und Brunner sind die Erben des Patriarchen, nein, das Blocherlein sind Sie, die Winterthurerin mit dem Nicole-Kidman-Look, die viel besser die längst fällige personelle Erneuerung der Macho-Partei verkörpert. Furchtbar für alle Gegner, eine echte Horrorvision: die Annahme, dass am Ende die SVP die Partei der jungen, urbanen, kultivierten Jugend, zumal der toughen Frauen sein könnte. Sie widerlegen auch sonst, was «normale» Politiker so glauben: etwa, dass häufige Präsenz in den SRG-Medien hilft. In Ihrem Fall hat die massive Attacke gegen die SRG-Gebühren und Ihr geiziger Umgang mit TV-Journis nicht geschadet. Im Gegenteil.
Mit freundlichen Grüssen, Peter Rothenbühler
Publiziert am 30.10.2011
von: sonntagszeitung.ch






