Hauseigentümer im Streit mit der NZZ
Verbandsdirektor droht nach Berichten zur Bausparinitiative mit einer Anzeige
von Reza Rafi
ZÜRICH Der Schweizer Hauseigentümerverband (HEV) und die «Neue Zürcher Zeitung» liefern sich im Vorfeld der Bausparinitiative einen veritablen Kleinkrieg. Dieser gipfelte vergangene Woche darin, dass der HEV seinen 304 000 Mitgliedern die Rabattmöglichkeit für ein NZZ-Abo per sofort gestrichen hat. Bislang erhielten Hausbesitzer das liberale Leitblatt 10 Prozent günstiger. Dazu hat HEV-Direktor Ansgar Gmür einen Anwalt engagiert und droht mit einer Anzeige wegen Persönlichkeitsrechtsverletzung gegen den stellvertretenden NZZ-Chefredaktor René Zeller.
Hintergrund der Eskalation: Die Zeitung hatte sich in mehreren Artikeln gegen die Bausparinitiative ausgesprochen, die den Erwerb von Wohneigentum steuerlich fördert und am 11. März zur Abstimmung kommt. Ganz zum Missfallen des Verbandsdirektors, dessen Organisation für das Anliegen kämpft. Er beschwerte sich umgehend bei NZZ-Inlandchef Zeller. Worauf dieser in seinem Blog auf der NZZ-Website zurückschoss («Ansgar schwächelt»): Gmür habe sich «vom mittellosen Messdiener zum gut situierten Funktionär hochgearbeitet», heisst es darin.
Für Gmürs Anwalt ist klar: «Der Beitrag verletzt die Persönlichkeitsrechte meines Mandanten.» Bevor Gmür Anzeige erstattet, wartet er Zellers Reaktion ab. Doch der bleibt auf Anfrage hart: «Unsere Redaktion ist unabhängig. Es gibt keinen von aussen verordneten Kurs.» Und die persönlichen Angriffe? «Meine Blogbeiträge sind pointiert. Das ist so deklariert und gefällt nicht allen.»
Publiziert am 04.03.2012





