Aus der aktuellen Ausgabe

Die 75 besten Winterhotels der Schweiz

Waldhaus am See, St. Moritz:

Nicht nur die Lage ist Spitze
Foto: Daniel Martinek


Beim zweiten Rating der SonntagsZeitung haben es zwölf Neue ins Klassement geschafft

VON KARL WILD

Das Gstaad Palace, Wahrzeichen des Berner Oberländer Nobelkurorts und eines der berühmtesten Luxushotels der Welt, ist das beste Schweizer Winterhotel. Das Aroser Tschuggen, die letztjährige Nummer eins, ist nicht schlechter geworden. Im Gegenteil. Aber das Gstaad Palace hat mächtig zugelegt. Jahr für Jahr werden 3 Millionen Franken investiert. Das 19 Millionen Franken teure Wellnessparadies ist eines der faszinierendsten der Alpen. Andrea Scherz, der das Haus in dritter Generation mit Herz und Charme führt, ist aus dem Schatten seines grossen Vaters Ernst A. Scherz herausgetreten. In dieser Topform darf das luxuriöse, gemütliche und gastfreundliche Schlosshotel, das nächstes Jahr 100-jährig wird, getrost in die Zukunft blicken. Daran wird auch die neue Konkurrenz durch das Alpina nichts ändern. Gstaads viertes Luxushotel wird Anfang Dezember eröffnet und konnte noch nicht getestet werden.

Maiensässhotel mit elf bis zu 300 Jahre alten Scheunen

Im zweiten Winterhotel-Rating der SonntagsZeitung gab es auch an der Spitze der besten 4-Sternhotels einen Wechsel. Das Guarda Val in Lenzerheide löste das Wellnesshotel Pirmin Zurbriggen ab. Den Ausschlag gab die Aura der Einzigartigkeit. Ein Maiensässhotel, verteilt auf elf bis zu 300 Jahre alte Ställe und Scheunen, hinter deren Fassaden sich unaufdringlicher Luxus, eine Topgastronomie und Herzlichkeit verbergen, sucht man in der Schweiz vergeblich. Bestes Haus mit drei Sternen bleibt das St. Moritzer Waldhaus am See. An der Front beim Kulthotel steht jetzt Sandro Bernasconi, Sohn des legendären Claudio Bernasconi. Der HSG-Absolvent entschied sich für die Selbstständigkeit als Hotelier und gegen ein hohes Managersalär. Worauf Vater Claudio den Pachtvertrag fürs Waldhaus postwendend um weitere zehn Jahre verlängerte. Prominenteste Namen unter den neuen Häusern, die in den Ranglisten Aufnahme gefunden haben, sind The Omnia in Zermatt, das Ermitage in Schönried sowie das Giardino Mountain in St. Moritz-Champfèr. Omnia und Ermitage feierten grandiose Comebacks und schafften den Sprung unter die Top 15 ebenso locker wie die neue Alpenperle der Giardino Hotel Group. Noch nie entwickelte die Tourismusbranche so viel Kreativität, um wieder mehr Gäste in die Berge zu locken. Upgradings, kostenlose Serviceleistungen und Events oder gratis Skischulen und Übernachtungen für Kinder werden immer häufiger angeboten. Auch das Skifahren wird günstiger. Im Engadin etwa ist der Skipass ab der zweiten Übernachtung für 25 Franken zu haben. Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel inbegriffen. Die Schweizer Hotellerie wird auch im kommenden Winter unter der Frankenstärke und der schwachen Nachfrage aus dem EU-Raum leiden. Die Besten werden vermutlich glimpflich davonkommen. Den Durchschnitt wird es härter treffen, und in mancher nicht konkurrenzfähigen Herberge werden für immer die Lichter gelöscht. Das ist nur gut für die Branche.

Das Gstaad Palace, Gstaad, bestes 5-Stern-Winterhotel 2012: Wellnessparadies in den Alpen

Hotel Guarda Val, Lenzerheide, bestes 4-Stern-Hotel 2012: Unaufdringlicher Luxus

Hotel Waldhaus am See, St. Moritz, Spitzenreiter bei den 3-Stern-Hotels 2012: Kulthotel an Traumlage
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Nach diesen Kriterien wurde bewertet

Karl Wild ist Verfasser des Ratings mit den besten Winterhotels. Wild arbeitet als Publizist, Buchautor und Hoteltester in Langnau am Albis ZH. Er und sein Team, ein Dutzend Spezialisten aus Hotellerie und Tourismus sowie Vielreisende, haben alle aufgeführten Hotels besucht. Um die Chancengleichheit zu wahren, werden nur Hotels mit mindestens 12 Zimmern und eigenem Restaurant berücksichtigt. Grundlage für die Bewertung bilden folgende zehn Kriterien:

- Wertung der wichtigen Hotel- und Restaurantführer

- Qualitätskontrollen führender Hotelvereinigungen

- Investitionstätigkeit

- Gastfreundschaft

- Charisma und Innovationsfreude des Hoteliers

- Charakter und Originalität des Hauses

- Lage und Umgebung

- Wintersport- und Freizeitangebot

- Preis-Leistungs-Verhältnis

- Subjektiver Gesamteindruck

Publiziert am 25.11.2012




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