Aus der aktuellen Ausgabe

Noch nicht über den Berg

Die Zahl der Mountainbike-Touristen steigt - doch die Krise hält weiter an

Von Benno Tuchschmid, Cornelia krause und Martina Wacker

Zürich Die Hoffnung des alpinen Sommertourismus in der Schweiz hat zwei Räder. Die Zahl der Bike-Touristen in den Schweizer Tourismusregionen steigt - trotz Krise. Dies zeigt eine Umfrage bei ausgewählten Destinationen. In Flims wird die Zunahme sogar in Zahlen fassbar: Mithilfe eines Drehkreuzes messen die Tourismusverantwortlichen das Verkehrsaufkommen auf den Bike-Strecken. Seit 2008 hat die Zahl der Bikes jährlich zwischen 35 und 50 Prozent zugenommen. Von der Saison 2010 auf 2011 waren es 50 Prozent, und dieses Jahr wird das Resultat mindestens egalisiert - obwohl die Strecken aufgrund von Umbauarbeiten erst spät öffneten. Die Bedeutung des Mountainbike-Tourismus nimmt zu, das bestätigt Myriam Keller, stellvertretende Geschäftsführerin von Graubünden Ferien. Das Bündnerland gilt als führend im Bike-Ferien-Segment. Doch das Wachstum hat in der Schweiz auch negative Auswirkungen. Keller sagt: «Es besteht die Gefahr, dass Regionen für sich als Bike-Destinationen werben, die dafür gar nicht die Infrastruktur haben.»

Klar ist: Regionen wie Flims, Scuol, Nendaz oder Engelberg investieren viel in die Infrastruktur. Und das ist laut Schweiz-Tourismus-Direktor Jürg Schmid auch nötig: «Eine erfolgreiche Positionierung braucht mehr als ein paar Beschilderungen.» Besonders die Entflechtung von Wander- und Bikerwegen ist zentral - auch für den Frieden zwischen den Touristengruppen. Noch ist ein grosser Teil der Bike-Touristen aus der Schweiz. Doch das soll sich ändern. Engelberg plant nächstes Jahr eine PR-Offensive in Belgien, Luxemburg und Holland.

Herbstsaison: Hoteliers rechnen mit weniger Gästen

Trotz Mountainbikern: Eine Umfrage in den Tourismusregionen zeigt, dass die Hoteliers mit weniger Schweizer Gästen in den Herbstferien rechnen als im Vorjahr. «Der Trend des Sommers setzt sich fort», sagt der Präsident des Bündner Hotelierverbandes, Andreas Züllig. Er schätzt das Minus auf 5 bis 8 Prozent. Auch das Berner Oberland und das Tessin sind laut Hotellerieverbänden etwas weniger gut besucht als im Vorjahr. Das Wallis profitiert diesen Herbst von der Halbpreisaktion von Raiffeisen, trotzdem sei man mit dem Buchungsstand nicht so recht zufrieden, sagt Verbandspräsident Patrick Bérod. Die Zahlen von Reka und Interhome sprechen dafür, dass es die Schweizer am ehesten noch in Ferienwohnungen zieht: Reka liegt bei den Schweizer Kunden in etwa auf Vorjahresniveau, Inter-home vermeldet gar ein Plus von 15 Prozent.

Publiziert am 07.10.2012




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