Beitrag vom 19.08.2012

«Ich nehme den Ärger über die hohen Löhne ernst»

Axel Weber, 55:

«Ich bin weder verkrampft, noch habe ich Interessenkonflikte»

Foto: Helmut Wachter


UBS-Präsident Axel Weber über den Steuerstreit mit Deutschland, überrissene Banker-Boni und eine Eskalation der Eurokrise

von Martin Spieler und Alice Chalupny

Axel Weber versucht, die Wogen zu glätten. Seit Nordrhein-Westfalen neue CDs mit gestohlenen Kundendaten aus der Schweiz gekauft hat, stehen plötzlich auch die UBS und ihr neuer Präsident im Scheinwerferlicht. Deutsche Politiker werfen der UBS vor, systematisch Beihilfe zur Steuerhinterziehung zu leisten. Weber steckt im Dilemma: Als deutscher Staatsbürger und ehemaliger Bundesbankchef muss er die Interessen der UBS und des Schweizer Finanzplatzes gegen Angriffe aus Deutschland verteidigen.

Vom angesehenen Ex-Chef der Deutschen Bundesbank sind Sie in Deutschland zum Buhmann geworden - als Präsident einer Bank, die systematisch Beihilfe zur Steuerhinterziehung leisten soll. Bereuen Sie, dass Sie den Job bei der UBS angenommen haben?

Nein, ich bereue den Wechsel nach Zürich überhaupt nicht. Ich möchte mit meiner Arbeit hier überzeugen und ein guter Verwaltungsratspräsident einer erfolgreichen Schweizer Bank werden.

SPD-Chef Sigmund Gabriel behauptet, die Schweizer Banken würden deutschen Bürgern bandenmässig bei der Steuerhinterziehung helfen. Lassen Sie das einfach auf sich sitzen?

Nein. Der Vorwurf stimmt nicht. Wir tolerieren keine Unterstützung bei Handlungen zur Umgehung von Steuerpflichten, auch nicht in Deutschland.

Ihr Vater war bei der SPD. Haben Sie Verständnis dafür, dass SPD-Spitzenpolitiker heftig gegen die Schweiz schiessen?

Lassen wir meinen Vater aus dem Spiel. Aber ich kann sagen: Ich habe null Toleranz für Steuerhinterziehung. Ich bezahle meine Steuern, bin absolut steuerehrlich sowohl hier in der Schweiz als auch in Deutschland. Ich habe kein Verständnis dafür, wenn Bürger und Bürgerinnen ihre Steuern hinterziehen.

Dann lässt es Sie kalt, dass deutsche Behörden mit Millionenbeträgen gestohlene Kundendaten-CDs aus der Schweiz kaufen?

Wir müssen damit leben. Emotionen gehören nicht zum Bankgeschäft, sich ärgern auch nicht. Wir agieren im gegebenen Umfeld und richten uns daran aus.

Wurden denn nun bei der UBS Kundendaten gestohlen?

Wir haben bei uns bis heute keine Anhaltspunkte dafür gefunden.

Also alles nur Bluff von deutschen Politikern?

Ich weiss es nicht. Wir haben intern genauste Abklärungen vorgenommen. Das ist nicht das erste Mal, dass BankkundendatenDiebstähle in der Schweiz passieren. Und es wird auch nicht das letzte Mal sein.

Immerhin wurde die UBS vom Bund wegen der Daten-CDs zu Gesprächen vorgeladen.

Unser Rechtsdienst ist sowohl mit den Behörden und der Finanzmarktaufsicht in der Schweiz als auch in Deutschland im Gespräch. Wir sind mit den Amtsstellen im Kontakt und haben schon Staatssekretäre getroffen. Dennoch: Wir haben keine Beweise, dass Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans' Vorwürfe auf uns zutreffen.

Sie kennen Norbert Walter-Borjans persönlich. Haben Sie mit ihm gesprochen?

Nein, in den letzten Wochen nicht.

Deutschland wirft der UBS auch vor, Schwarzgeld nach Singapur zu transferieren. Wie können Sie garantieren, dass dies bei der UBS nicht vorkommt?

Wir können Einzelfälle nicht kategorisch ausschliessen. Sollten sich solche bestätigen, würden fehlbare Mitarbeiter fristlos entlassen.

Aber bei den vielen externen Vermögensverwaltern, mit denen Sie eng zusammenarbeiten, haben Sie keine Garantien.

Auch da würden wir rigoros vorgehen, wenn wir sähen, dass es Schwarzgeldtransaktionen gab.

Deutsche Spitzenpolitiker wie Norbert Walter-Borjans drohen mit Klagen. Müsste die UBS nicht Rückstellungen für mögliche Strafzahlungen vornehmen?

Uns haben bis jetzt keine Klagen erreicht. Wenn dies der Fall wäre, würden wir uns für alle Abklärungen kooperativ zeigen. Wir haben heute keinen Grund, Rückstellungen für Klagen zu bilden.

Der nordrhein-westfälische Finanzminister hat erklärt, dass er auch nach einer Ratifizierung des Steuerabkommens gestohlene Kundendaten aus der Schweiz kaufen werde. Damit ist der Steuervertrag mit der Schweiz doch Makulatur?

Ich erwarte auf deutscher Seite von Bundeskanzlerin Merkel, dass, falls das Abkommen mit der Schweiz von Bund und Ländern ratifiziert wird, es in allen Teilen Deutschlands konsequent angewendet wird, auch gegen den Willen einzelner Bundesländer. Bundesrecht gilt vor Landesrecht.

Laut mehreren deutschen Spitzenpolitikern ist das Steuerabkommen so gut wie tot. Selbst moderate Minister kippen und weisen den Vertrag zurück. Glauben Sie wirklich noch, dass das Steuerabkommen ratifiziert wird?

Ich bin zuversichtlich, dass es trotz der Opposition in Deutschland doch noch ratifiziert wird. Es ist für beide Länder die beste Lösung. Ebenso für die Schweizer Banken. Um in Zukunft nur legale Gelder in der Schweiz verwalten zu können, müssen wir die Vergangenheit bewältigen. Das Steuerabkommen bietet die Möglichkeit, dieses Kapitel der Vergangenheit abzuschliessen.

Die Schweiz ist Deutschland sehr weit entgegengekommen. Wäre es denn so schlecht für die hiesigen Banken, wenn das Steuerabkommen bachab ginge?

Die UBS steht hinter dem Vertrag, weil wir uns dazu bekennen, nur noch legale Gelder zu verwalten. Es wäre eine verpasste Chance, weil die Schweiz einen Schlussstrich ziehen kann. Aber wir könnten letztlich auch damit leben.

Müsste die Schweiz schlimmstenfalls Hand bieten für Nachverhandlungen?

Das vermag ich nicht zu beurteilen, aber ich gehe davon aus, dass es nicht dazu kommen wird. Doch meine persönliche Meinung tut nichts zur Sache. Ich bin in der Schweiz nicht stimmberechtigt. Derzeit gilt meine ganze Aufmerksamkeit meinen Aufgaben bei der UBS.

Sie bemühen sich krampfhaft, ja nicht in politische Fettnäpfchen zu treten. Denn Sie befinden sich in einem Interessenkonflikt: Sie sind deutscher Staatsbürger, präsidieren aber eine Schweizer Bank. Wofür schlägt Ihr Herz mehr?

Ich bin weder verkrampft, noch habe ich Interessenkonflikte. Für mich zählen immer die Sache und das bessere Argument. Polarisierung bringt uns nicht weiter. Ich bin Deutscher, meine Frau ist Engländerin. Unsere Kinder leben beide Identitäten. Beruflich geht es mir darum, dass die UBS wieder vorankommt und der Nachbarschaftsstreit zwischen der Schweiz und Deutschland gelöst wird. Es darf nicht sein, dass es zwischen zwei sich kulturell so nahestehenden Ländern wie Deutschland und der Schweiz eine Dauerfehde gibt.

Wie können wir diese Dauerfehde beenden?

Mit dem Steuerabkommen liegt das Rezept auf dem Tisch. Deutschland will nicht auf Steuersubstrat verzichten. Das ist richtig. Dieses Abkommen stellt sicher, dass hier Steuern auch an die deutsche Seite gehen. Auf der anderen Seite haben sowohl die Schweiz als auch die Banken sich dazu bekannt, dass die Schweiz künftig nur noch legale Gelder verwaltet. Um zu diesem Zustand zu kommen, brauchen wir die Vergangenheitsbewältigung.

Probleme hat die Schweiz ja nicht nur mit Deutschland. Ihr Konzernchef, Sergio Ermotti, beklagt, dass sich die Schweiz mitten in einem Wirtschaftskrieg befinde.

Ganz so dramatisch sehe ich das nicht. Jetzt ist Deeskalation geboten. Eine gehässige Diskussion wirft uns zurück in eine Phase der Konfrontation. Erinnern Sie sich nur daran, was los war, als der deutsche Finanzminister Steinbrück der Schweiz mit der Kavallerie gedroht hatte.

Ja, wir erinnern uns an das Bild des «hässlichen Deutschen».

Genau. Das war für beide Seiten schädlich. Ich war damals Bundesbankpräsident und konnte hautnah miterleben, dass eine solche emotionale Debatte nichts bringt. Ich rate der Schweiz und Deutschland zur Ruhe und zur Besonnenheit.

Haben Sie darüber auch mit Bundesrätin Widmer-Schlumpf gesprochen?

Ja, vor einiger Zeit und aktuell mit Staatssekretär Ambühl. Man muss jetzt wirklich Ruhe und Sachlichkeit in diese Auseinandersetzung hineinbringen. Dann, glaube ich, sind Schweizer und Deutsche auch schnell beieinander. Wir Banken leisten unseren Beitrag dazu, indem wir konsequent die Weissgeldstrategie umsetzen und alle Gesetze im grenzüberschreitenden Geschäft achten.

Damit werden weitere Gelder aus dem Finanzplatz Schweiz abfliessen. Rechnen Sie aufgrund der Weissgeldstrategie mit einer neuen Konsolidierungswelle im Schweizer Bankensektor?

Ja, aber nicht primär deswegen. Der Finanzplatz und der Bankensektor gehen durch eine tiefe Strukturkrise. Die Banken müssen sowohl in der Vermögensverwaltung als auch im Investmentbanking neue Geschäftsmodelle suchen und umsetzen.

Hat dies einen weiteren Stellenabbau zur Folge?

Die Banken - und damit meine ich nahezu alle Banken - sind gezwungen, ihre Strategien auf den Prüfstand zu stellen. Das wird Folgen haben und weitere Stellen kosten.

Auch bei der UBS? Braucht es noch mehr Kosten- und Personalreduktionen?

Darüber werde ich an dieser Stelle nicht spekulieren. Wenn sich die Marktsituation nicht bessert, müssen wir dies nochmals sehr genau prüfen. Im Fall der UBS kann ich aber sagen, dass unsere Strategie nun im Kern auf zwei gesunden Standbeinen beruht.

Allerdings geht auch die UBS nach wie vor durch schwierige Zeiten. Der August ist bald zu Ende. Ist die UBS auf Kurs?

Die UBS hat viel früher als andere ihre Investmentbank redimensioniert. Wir sind noch nicht am Ziel, aber wir liegen deutlich besser als geplant. Auch bei der Stärkung der Kapitalquoten sind wir auf gutem Weg. Ich bin zuversichtlich, dass wir diese notwendige Kapitalstärkung klar früher als vorgesehen hinbekommen. Wir möchten dies möglichst schnell erreichen, damit wir uns wieder auf unser Kerngeschäft in der Vermögensverwaltung und in der Schweiz konzentrieren können.

Ihre Kunden sind gelähmt von der Angst, ihre Vermögen zu verlieren. Wie gefährlich beurteilen Sie die Euroschuldenkrise?

Der grösste Unsicherheitsfaktor ist das Risiko, dass die Eurokrise eskaliert und von Europa auf
andere Finanzplätze hinüberschwappt. Wir nehmen das sehr ernst. Wir machen derzeit umfangreiche Risikostresstests, um zu überprüfen, wie die UBS dasteht, wenn alles noch viel schlimmer wird.

Rechnen Sie mit einem Zusammenbruch des Euro in der bisherigen Form?

Ich glaube nicht, dass es dazu kommt. Aber wir haben bei der UBS auch dieses sehr unwahrscheinliche Stressszenario durchgerechnet.

Wie stark wäre die UBS bei einem Eurozusammenbruch gefährdet?

Unsere Risikotests zeigen, dass die UBS auch bei einer weiteren Eskalation der Eurokrise robust dastehen würde. Es besteht kein Grund zur Panik. Wir sind weit weniger in den Schuldenländern aktiv als andere Institute. Einige Banken würden eine solche Eskalation nicht überleben. Ich erwarte, dass die EU-Regierungschefs bis zum Dezember weitreichende Beschlüsse zur Lösung der Eurokrise aufgleisen werden.

Bis jetzt hat EZB-Chef Mario Draghi die Erwartung, dass die EZB Staatsanleihen von Euroschuldenländern aufkaufen könnte, jedenfalls nicht erfüllt.

Ich gehöre nicht zu den Enttäuschten, wenn es nie dazu kommt. Denn es wäre ein Fehler. Die Notenbanken können nur kurzfristig helfen. Langfristig tragfähige Lösungen für Europa müssen von der Politik kommen. Das Problem in Europa ist nicht ein Mangel an Liquidität, sondern ein Mangel an Wettbewerbsfähigkeit und finanzpolitischer Stabilität. Das zu erreichen, wird schwierig. Darum rechnen wir auch in den nächsten Monaten mit weiter stark schwankenden Märkten.

Darunter leidet vor allem das Investmentbanking. Werden Sie dieses bei der UBS noch stärker verkleinern?

Ja, das müssen und werden wir entsprechend unserer Planung tun. Aber wir werden uns nicht vollständig aus dem Investment-banking zurückziehen. Wir werden die risikogewichteten Aktiva in diesem Bereich noch mehr herunterfahren. Die Risiken sind immer noch hoch.

Probleme haben Sie auch in der Vermögensverwaltung. Auch da hat die UBS mit ihren Zahlen zum zweiten Quartal die Märkte enttäuscht. Die Bruttomarge auf den verwalteten Vermögen sinkt.

Wir schauen uns das sehr genau an. Die sinkenden Margen dürfen kein Dauerzustand sein, aber sie hatten viel damit zu tun, dass unsere Kunden sehr vorsichtig waren. Wenn dies so bleibt, müssen wir weitere Massnahmen ergreifen. Das Umfeld ist zurzeit sehr unberechenbar.

Unberechenbar ist für die UBS auch die Libor-Affäre: Bereitet sich die Bank auf eine hohe Strafzahlung wie Barclays vor?

Wir sind nicht in Vergleichsverhandlungen. Wir haben als Kronzeuge bedingte Immunität und kooperieren eng mit den Behörden und Finanzaufsehern verschiedener Länder. Über Zahlungen will ich nicht spekulieren. Wenn es auch bei uns zu Verfehlungen gekommen ist, werden wir dafür geradestehen und auch intern ohne Toleranz Konsequenzen ziehen. Auch da müssen wir einen Schlussstrich unter die Vergangenheit setzen.

Sie positionieren sich als der grosse Aufräumer. Nun sind Sie seit drei Monaten im Amt: Wo wollen Sie mit der UBS hin?

In den nächsten zwei Jahren müssen wir uns stark der Vergangenheitsbewältigung widmen und Kapital aufbauen. Deshalb werden Dividenden vorerst moderat bleiben. Aber immerhin: Es gab schon wieder eine Dividende. Danach wollen wir unser Ziel realisieren, weltweit Vermögensverwalter Nummer 1 zu werden, und in der Schweiz unsere marktvorherrschende Position ausbauen.

Damit dies gelingt, müssen Sie aber bei vielen Schweizerinnen und Schweizern zuerst das Vertrauen zurückgewinnen.

Ich möchte nicht leugnen, dass die UBS Fehler gemacht hat. Wenn die Kunden das Gefühl haben, dass Banken nur zum Selbstzweck da sind und für sich selbst agieren, kommt das Vertrauen nicht zurück. Wir setzen alles daran, dieses Vertrauen zu rechtfertigen und wiederzugewinnen.

Ein grosses Ärgernis bei vielen Schweizern sind auch die hohen Saläre und Boni bei der UBS. Was tun Sie dagegen?

Ich nehme diesen Ärger ernst, und wir arbeiten intensiv an neuen Entlohnungsmodellen.

Konkret: Werden die Saläre und Boni sinken?

Das kann man so pauschal nicht sagen. Immerhin: Bei der UBS wird der Aufwand für Saläre und Boni nur schon deshalb sinken, weil wir die Investmentbank verkleinern, wo die höchsten Löhne bezahlt werden.

Wieso gehen Sie nicht als gutes Beispiel voran?

Warten Sie es doch einfach mal ab. An unserer nächsten Generalversammlung werden wir entsprechende Vorschläge zu einem neuen Lohnmodell einbringen.

Weil Sie sonst den Zorn der Aktionäre fürchten oder mit neuen Gesetzen rechnen müssen. Wie stellen Sie sich zur Abzockerinitiative von Thomas Minder?

Dazu will ich mich nicht äussern. Das ist Sache des Schweizervolkes. Es ist ohnehin schwierig, wenn wir Banken dazu etwas sagen. Wir stellen momentan generell fest: Je mehr sich die Banken etwas öffentlich wünschen, desto weniger geht dies politisch in Erfüllung.

Kein Wunder: Die Banken haben bei vielen Schweizer Politikern einen schlechten Ruf.

Ich habe viele Schweizer Politiker von allen grossen Parteien getroffen und auch mit Vertretern von Avenir Suisse und von Verbänden gesprochen. Ich habe mir die Ansichten der Politiker angehört. Uns liegt viel daran, dass wir in der Schweiz auch das politische Vertrauen zurückgewinnen können. Wir wollen lernen.

Schwieriger wird es sein, das Vertrauen des Volkes zurückzugewinnen, vor allem dann, wenn die Löhne sehr hoch bleiben.

Das braucht Zeit, dessen bin ich mir bewusst. Ich bin sehr volksnah und mische mich gerne unter die Leute. Ich wohne hier in Zürich mitten in der Stadt, gehe zu Fuss zur Bank. Ich sitze oft abends in einem Strassencafé und gehe häufig essen. Da hört man, was die Leute bewegt. Ich werde in den seltensten Fällen erkannt und wurde zu meiner grossen Freude hier noch nie angefeindet.

Was stört Sie an der Schweiz?

Bis jetzt habe ich mich über nichts in der Schweiz geärgert, warum auch? Die Schweiz ist ein sehr offenes Land. Ich wohnte schon einmal in den 70er-Jahren als Student hier. Seit damals ist die Schweiz viel offener und internationaler geworden. Gerade hier in Zürich, wenn Sie über die Strassen und Plätze gehen, hören Sie die verschiedensten Sprachen, Deutsch, Italienisch, Englisch, Französisch und mehr. Es ist ein fantastischer Standort.

Wollen Sie jetzt bei Schweizer Bürgern Sympathiepunkte holen?

Ich bin einfach sehr gerne hier, das ist eine reine Tatsachenbeschreibung. Deswegen gleich auch die Staatsbürgerschaft zu beantragen, hege ich allerdings nicht (lacht).

Das heisst, Sie haben schon einmal daran gedacht?

Dafür ist es viel zu früh. Ich lebe momentan sehr gerne hier und fühle mich in der Schweiz sehr willkommen. Zürich hat schon fast südliches Flair. Es findet abends Leben auf den Strassen und auf Plätzen statt. Das war in Frankfurt mit den vielen Hochhäusern weniger der Fall. Zürich bietet hohe Lebensqualität.

Dann fehlt jetzt nur noch, dass die UBS statt wie bisher das elitäre Formel-1-Business die Fussballer vom notleidenden Zürcher Grasshoppers-Club sponsert. Passt das Formel-1-Sponsoring noch zur UBS?

Ob wir dieses Engagement künftig weiterführen, steht jetzt nicht zur Diskussion. Die UBS hat einen mehrjährigen Vertrag, an den wir uns halten. Was dann kommt, weiss ich nicht. Ehrlich gesagt: Ich selbst war noch nie bei einem Formel-1-Rennen, werde aber das Rennen in Singapur besuchen. Ich bin dort Gast der Regierung und werde auch UBS-Kunden treffen.


Publiziert am 19.08.2012
von: sonntagszeitung.ch





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