Aus der aktuellen Ausgabe

Leserbriefe

Unverfroren an der Basler Fasnacht

Ospel - Banker am «Verlumpe»

SonntagsZeitung vom 28.2.2010

Der ehemalige UBS-Präsident Marcel Ospel nimmt mit seiner Clique ganz unverfroren an der Basler Fasnacht teil und bleibt dabei völlig unbehelligt. Ganz nach dem Motto: «Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.»

Friedrich Frey-Studach, Biel BE

Es gibt Länder ohne Vermögenssteuer

Finanzminister Merz lässt Bundesrätinnen auflaufen

SonntagsZeitung vom 28.2.2010

Wäre die Selbstdeklaration für die ganze europäische Bankenwelt vorgesehen, dann dürften gemäss Bundesrat unsere Banken Gelder aus allen ausländischen Staaten nur noch annehmen, wenn die Bankkunden deren korrekte Versteuerung belegen können. Weiss man in Bern nicht, dass es Länder gibt, die gar keine Vermögenssteuer kennen? Wie stellt sich der Bundesrat die Kontrolle vor? Weil unser Land 26 unterschiedliche Steuererklärungen hat, würden Schweizer bei der Eröffnung eines Kontos in Deutschland auch ganz verschiedene Beweise vorlegen. Ein Konto in Deutschland hat etwa den Vorteil, dass keine Abgeltungssteuer nach Schweizer Muster abgezogen wird und dass allfällige Gewinne bei deutschen Lotterien einem Euro-Konto gutgeschrieben werden können.

Hanspeter Oppliger,Hilterfingen BE

Früher war die FDP eine progressive Vorreiterin

Fiala: Müller soll die FDP verlassen

SonntagsZeitung vom 28.2.2010

FDP-Nationalrat Otto Ineichen erlebe ich als sachorientierten und scheuklappenfreien Politiker. Ein Mensch, der Allianzen über Parteigrenzen hinweg schmiedet, weil er die Sache und nicht die Partei in den Vordergrund stellt. Es gab Zeiten, da war die FDP die unbestrittene Meinungsführerin und eine progressive Vorreiterin. Heute beschäftigt sie sich vor allem mit sich selbst. In dieser Situation sind Personen wie Otto Ineichen leuchtende Beispiele. Dass gerade ihnen der Parteiaustritt nahegelegt wird, sagt sehr viel über den derzeitigen Zustand der Liberalen aus.

Pascal Merz, Sursee LU

Der berüchtigte Kommunistenjäger

Christoph Mörgeli: «Sagen Sie mir einen Kulturschaffenden, der nicht ein Linker ist.»

SonntagsZeitung vom 28.2.2010

So was sagte doch schon US-Senator McCarthy, der berüchtigte Kommunistenjäger der Fünfzigerjahre. Der hätte am liebsten Arthur Miller und Ronald Reagan hinter Gitter gebracht in seinem Wahn, Rote zu jagen. Aber das kann der Historiker Mörgeli ja nicht wissen - da war er nicht mal geboren.

André Ehrhard, Wettingen AG

Ausgewogene Berichterstattung?

Merz zieht Freisinnige in die Krise

SonntagsZeitung vom 28.2.2010

Beim Politbarometer der SonntagsZeitung erzielt Doris Leuthard mit 77 Prozent Ja-Stimmen das mit Abstand beste Ergebnis. Toni Brunner und Christoph Blocher kommen auf eine Zustimmung von etwas über 30 Prozent. Trotzdem wurde den beiden SVP-Politikern ein Artikel gewidmet. Schon beim letzten Politbarometer war das der Fall, während bei Leuthard lediglich erwähnt wurde, man sei über das Spitzenergebnis überrascht. Gerne erwarte ich eine ausgewogene Berichterstattung.

Louis Brüschweiler, Bischofszell TG

Kampfjets werden von Drohnen abgelöst

Eurofighter sieht sich vorne

SonntagsZeitung vom 28.2.2010

Der amerikanische F-35 hat den Eurofighter inzwischen überholt. Die Zeit arbeitet für uns. Nehmen wir an, wir hätten uns schon für den Eurofighter entschieden: Wie stünden wir nun nach dem CD-Diebstahl da? Wir benötigen keine Nato-kompatiblen Kampfjets. Selbst wenn die europäischen Flieger dank der Abwertung des Euros täglich billiger werden - in zehn Jahren werden bemannte Flugzeuge von Drohnen und Boden-Luft-Raketen abgelöst. Daher gilt es, die Zeit für weitere Studien zu nutzen.

Heinrich J. Schmid, Dornach SO

Endlich ein nüchterner Blick auf Zürich

Roger Schawinski

SP: Niederlage als Chance

SonntagsZeitung vom 28.2.2010

Danke, Herr Schawinski! Endlich ein nüchterner Blick auf Zürich. Aber leider ist wohl auch nach den Wahlen von heute mit einer Fortsetzung des Kriechgangs meiner von Links-Grün dominierten Stadt zu rechnen.

Simon Schaltegger, Zürich

Nicht gefährlicher als anderswo

Das Velo-Entwicklungsland

SonntagsZeitung vom 28.2.2010

Das Velofahren ist in der Schweiz nicht gefährlicher als anderswo. Aber wenn Velofahrer die elementarsten Regeln nicht einhalten, muss man sich über solche tragischen Unfälle nicht wundern. Ich nerve mich immer wieder über gewisse Velofahrer, die selbst mit Kindern hinten drauf Stoppsignale überfahren oder Rotlichter missachten.

Anton Bühlmann, Uetendorf BE

Gazebo hat noch andere Hits erzielt

Unsere Besten

SonntagsZeitung vom 28.2.2010

«I Like Chopin» von Gazebo war tatsächlich ein grosser Hit. Aber es stimmt nicht, dass dies sein einziger Hit war. Mit «Lunatic» und «Masterpiece» sowie «Telephone Mama» hat Gazebo ebenfalls Hits erzielt.

Roland Di Dario, Basel

Der Sparbatzen unter der Matratze

Neue Wolken über dem Finanzplatz

SonntagsZeitung vom 28.2.2010

Ich staune, mit welcher Leichtfertigkeit Politiker und Medien die Aufhebung der Unterscheidung zwischen Steuerbetrug und -hinterziehung nun auch für Schweizer herbeireden. Meines Erachtens besteht ein erheblicher Unterschied. Vielen, die einen Teil ihrer Ersparnisse nicht deklarieren, geht es nicht darum, Steuern zu sparen, sondern sich gegenüber dem Staat nicht völlig gläsern präsentieren zu müssen. Unserem Staat ist dies bekannt, und er hat darum schon vor Jahrzehnten die für ihn äusserst lukrative Verrechnungssteuer eingeführt. Indirekt zahlen auch die Inhaber solcher schwarzen Konten ihre Steuern, denn sie können die Verrechnungssteuer ja nicht zurückfordern. Heben wir das Bankkundengeheimnis auf, bunkern diese Bürger ihre Sparbatzen unter der Matratze. Und dem Bund entsteht ein Milliarden-Finanzloch wegen der fehlenden Einnahmen aus der Verrechnungssteuer.

Claudio Bachmann, Basel

Unverzeihliche Irreführung

Die Fünf-Tage-danach-Pille

SonntagsZeitung vom 28.2.2010

Der Untertitel «Ein neuer Wirkstoff verhindert Schwangerschaften effizienter» ist eine unverzeihliche Irreführung. Denn es geht bei der Pille danach nicht um die Verhinderung einer Schwangerschaft. Es bleibt eindeutig eine Abtreibung, denn es ist eine befruchtete Eizelle, die vernichtet wird. Die Sprache so zu missbrauchen, ist ein Skandal.


Werner Stutz, Winterthur

In der Schweiz werden jedes Jahr 11 000 Menschen abgetrieben, getötet. Auch bei der Fünf-Tage-danach-Pille ist das der Fall. Bereits vom ersten Augenblick der Befruchtung an entsteht ein vollwertiges Menschenleben. Es ist ein nicht zu überbietender Zynismus, wenn behauptet wird, dass ein ungeborener Mensch in den ersten drei Monaten nach der Zeugung lediglich ein Fleischklumpen sei, der während dieser Zeit straflos abgetrieben und in einem Abfallkübel «entsorgt» werden könne. Erst ab der 12. Woche sei er dann ein richtiger Mensch. Für mich ist das menschliche Leben das höchste Gut, das wir haben. Ich schätze und ehre die Frauen, die ihre - vielleicht auch unerwünschten - Kinder behalten und Menschen werden lassen.

Josef Zelger, Stans NW

Mich interessiert der Mensch

Guter Geschmack oder schlechter Stil

SonntagsZeitung vom 28.2.2010

Worum geht es in diesem Artikel? Um Schadenfreude? Für mich ist er so unnötig, dass ich vielleicht schon wieder lachen kann. Was mich interessiert, ist der Mensch. Und nicht die Kleidung.

Selina Burri, Bern

Publiziert am 07.03.2010



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